Zitat:

"Wir sehen die Gärten und Grünflächen der Zukunft als bunte und vielfältige Lebensräume, mit heimischen Pflanzen und Tieren, abwechslungsreichen Lebensraumstrukturen und einer nachhaltigen Gestaltung und Bauweise. Diese Gärten sind anpassungsfähig an sich ändernde Lebens- und Klimabedingungen und bieten Raum für Erholung, Entspannung sowie Natur-Erlebnis genau dort, wo wir leben und arbeiten."

Obgleich die dahinter verborgenen ökologischen Zusammenhänge mitunter hochkomplex sind, ist das Naturgarten-Konzept an und für sich leicht erklärt. Ich stelle Ihnen im Folgenden die wichtigsten Aspekte kurz dar:

Die Grundsätze naturnaher Gärten in 5 Teilbereichen

  • Vielfalt und Strukturreichtum
  • Herkunft von Pflanzen & Saatgut
  • Planung & Anlage
  • Ressourcen & Umweltfreundlichkeit
  • Naturnahe Pflege

01

Vielfalt und Strukturreichtum

Möglichst arten- und strukturreiche Gärten für Menschen, Tiere und Pflanzen

  • Artenreichtum an Pflanzen fördert Artenreichtum an Tieren; das Ökosystem wird stabiler. Es gibt dadurch auch automatisch mehr zu erleben.
  • Viele Strukturen wiederum schaffen Lebensraum (Habitate) für viele unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten. Sie geben dem Garten außerdem Komplexität und Tiefe.

02

Herkunft von Pflanzen & Saatgut

  • Verwendung von überwiegend in Mitteleuropa heimischen Wildpflanzen
  • Nur die heimische Flora kann auch effektiv die heimische Fauna unterstützen (Stichwort: Koevolution)!
  • Exoten (Pflanzen anderer Gebiete, deren Ursprung bspw. eigentlich Nordamerika, Asien usw. ist) oder auch Zuchtsorten von Pflanzen werden nur in kleiner Dosierung eingesetzt, wenn es gute Gründe dafür gibt.
  • Invasive und potentiell Invasive Arten werden gar nicht eingesetzt.
  • Wenn möglich Verwendung von zertifiziertem Saatgut, Wildstauden und Wildgehölzen aus kontrolliert biologischem Anbau. 
    Dies sorgt auch für essenzielle genetische Vielfalt innerhalb einer Pflanzenart, denn herkömmliche Pflanzenvermehrung läuft häufig vegetativ ab und führt so zu Verarmung der Erbinformationen. 

03

Planung und Anlage

  • Ziel sind Anlagen mit hoher Lebensdauer, die einer natürlichen Dynamik unterliegen und sich im Laufe der Zeit auch verändern dürfen.
  • Standortgerechte Pflanzungen und Ansaaten.
  • Lebensraumfunktion der Gartenelemente und Bauwerke.
  • Möglichst viele (natürliche) Nisthilfen für Tiere - insbesondere Insekten - anbieten.

04

Ressourcen und Umweltreundlichkeit

05

  • Vorhandene Materialien Recyclen sowie Verwendung regionaler, schadstofffreier Baumaterialien.
  • Verwendung von Kunststoffen reduzieren bzw. auf das Nötigste beschränken.
  • Vermeiden unnötiger Transporte.
  • Elektrische Beleuchtung so gut wie möglich vermeiden bzw. auf das Nötigste reduzieren (Lichtverschmutzung).
  • Tabu: Torf bzw. torfhaltige Erden. Die Umweltzerstörung und klimatischen Folgen (CO2-Freisetzung) des Torfabbaus haben im naturnahen, nachhaltigen Garten keinen Platz.

Naturnahe Pflege

Kein Garten ohne Pflege! Naturgarten bedeutet NICHT Wildnis! 

 

Das Thema "Pflege" ist sehr umfangreich und kann sich individuell je nach Gartensituation unterscheiden. Hier nur einige wichtige Aspekte:

  • Anwenden boden- und vegetationsschonender Arbeitsweisen
  • Förderung des Bodenlebens
  • Schnittmaßnahmen auf das beschränken, was auch tatsächlich nötig ist
  • "Pflanzenskelette" (bspw. die Blätter, Stängel und Samenstände von Stauden und 1- oder 2-jährigen Blumen) bleiben über den Winter bewusst als extrem wichtiger Unterschlupf für Tiere stehen.
  • Bewässerung von Wildpflanzen nur während der Anwachsphase. Nachhaltige Pflanzungen und Ansaaten sollen im Anschluss ohne zusätzliche Bewässerung auskommen.
  • Gesundhaltung der Pflanzen  erfolgt über standortgerechte Auswahl sowie die gezielte Förderung von "Nützlingen" im Garten
  • Keine Verwendung chemisch synthetischer Stickstoffdünger, leicht löslicher Phosphate oder chemisch synthetischer Pflanzenschutzmittel und sonstiger (Umwelt-)Gifte.
  • Düngen im klassichen Sinne ist im Naturgarten nicht nötig, mitunter sogar kontraproduktiv. Im Nutzgarten für Kulturpflanzen kann Rückgriff auf natürliche Dünger wie Kompost oder Jauchen sinvoll sein.

Tiefer Einsteigen

Die obige Auflistung kann nur einen groben Überblick bieten. Es gibt unzählige weitere spannende Fakten und Zusammenhänge, Möglichkeiten und Spezialgebiete.

Um mehr rund um das Thema Naturgarten zu erfahren, nutzen Sie gerne die Homepage der NaturGarten e.V. als wunderbare Erstanlaufstelle.

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