Ich habe keinen Naturgarten, führen Sie trotzdem Pflege aus?

Ja! Ich führe typische Pflegemaßnahmen im Garten (siehe "Leistungen") unabhängig von der Art des Gartens oder der Pflanzen gerne aus! Durch meine Ausbildung und langjährige Erfahrung im klassischen Garten- und Landschaftsbau und bin ich mit jeglichen Gartensituationen gut vertraut.

Bei Interesse bespreche ich im Rahmen einer Gartenpflege gerne mit Ihnen, mit welchen Maßnahmen Sie bei sich konkret für mehr Biodiversität sorgen können.

Einzig Leistungen, welche den Prinzipien des Naturgartenbaus klar widersprechen, werden Sie bei mir nicht erhalten. Darunter fällt bspw. die Verwendung/der Verkauf von Giften zur Schädlingsbekämpfung, mineralischen Stickstoffdüngern oder torfhaltigen Erden sowie Pflanzung (potentiell) invasiver Neophyten. Kontaktieren Sie mich gerne bei weiteren Fragen!

Gibt es Unkraut im Naturgarten?

Unkraut, Beikraut, Wildwuchs, spontanes Begleitgrün: Das alles beschreibt Pflanzen, welche nicht absichtlich gärtnerisch gepflanzt oder gesät wurden, sondern sich eigenständig im Garten ansiedeln.

Im Naturgarten schauen wir genau hin: Dynamik und Entwicklung sind Teil des Konzepts, und so gibt es viele kleine (und größere) Pflänzchen, die durchaus eine Bereicherung für den Garten darstellen, und das nicht nur ökologisch. Es wird also nicht automatisch alles herausgerissen, was nicht im Pflanzplan stand.

Gleichwohl gibt es durchaus Arten, die den Garten auf die ein oder andere Weise deutlich beeinträchtigen können. Das müssen nicht mal invasive Neophyten sein (welche nach Möglichkeit entfernt werden) sondern betrifft auch in der Landschaft wertvolle heimische Pflanzen. Denn die Freude am Garten wird getrübt, wenn auf einmal alles von Brombeeren, Ackerkratzdistel oder Brennnessel überwuchert, oder die Trockenmauer durch Gehölzsämlinge zerstört wird.

Kurzum: Ja, es gibt Unkraut. Da wo nötig wird beherzt eingegriffen. Ansonsten entscheiden wir individuell, wie locker wir die Zügel lassen. Das kann von Person zu Person oder auch von Gartenbereich zu Gartenbereich unterschiedlich sein.

Was genau sind heimische Wildpflanzen? Was sind (invasive) Neophyten?

Heimische Wildpflanzen:
Für uns in Mitteleuropa sind es jene Pflanzen, welche sich entweder nach der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren selbstständig wieder angesiedelt haben (Indigene), oder aber schon sehr früh durch menschliche Einflüsse angesiedelt wurden und daher schon sehr lange im Ökosystem etabliert sind (Archäophyten).

 

Neophyten (="Neu-Pflanzen"):
Pflanzen, die erst nach 1492 durch menschlichen Einfluss in unsere Ökosyteme gelangt sind, egal ob absichtlich oder zufällig. 
"Pflanzenwanderungen" gab es schon immer. Insbesondere nach der Entdeckung Amerikas 1492 ist dies aber in zunehmenden Maße und deutlich schneller passiert als zuvor und über deutlich größere Gebiete hinweg. Diese Pflanzen sind in die hiesigen Ökosyteme nicht oder in deutlich geringerem Maße eingebunden und sind ökologisch gesehen oft eher wertlos. Gestalterisch können sie zwar reizvoll sein, es gibt allerdings immer auch gute heimische Altenativen.

 

Invasive Neophyten:
Zunächst muss ein Neophyt nicht zwangsläufig etwas Negatives sein. Viele unserer Nahrungsmittel - allen voran die Kartoffel, welche aus Südamerika stammt - sind Neophyten. Zum Problem für unsere Ökosyteme wird es dann, wenn Neophyten es schaffen, sich so rasant und verdrängend in der Landschaft auszubreiten, dass dadurch Lebensräume für heimische Pflanzen und Tiere zerstört werden. Dann werden sie zu invasiven Neophyten.
Übrigens, während sich, um ein Beispiel zu nennen, hier bei uns die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) invasiv verbreitet und seltene, wichtige Biotope wie Trockenrasen oder Brachflächen nachhaltig zerstören kann, gilt das Prinzip natürlich auch andersherum: In Nordamerika ist "unsere" gewöhnliche Margerite (Leucanthemum vulgare), die hier in keiner guten Saatmischung für Wiesen fehlen sollte, invasiv verbreitet und schädlich.

Was unterscheidet heimische Wildpflanzen von Sorten?

Warum sind naturnahe Gärten wichtig?

Sorten sind züchterisch veränderte Pflanzen. Es gibt Sorten unserer heimischen Wildpflanzen ebenso wie Sorten exotischer Pflanzen, die allesamt gerne im Gartenbau verwendet werden. Tatsächlich ist dies ja eher die Regel, als die Ausnahme. Kulturpflanzen für unsere Nahrung sind immer Züchtungen. Manche Sorten sind Jahrhunderte alt, andere sehr modern. Nicht immer, aber häufig sind Züchtungen ökologisch gesehen viel weniger nützlich als die Wildform, sei es durch bspw. gefüllte oder sterile Blüten oder veränderte Blattchemie.
Die heimische Tierwelt aber hat sich über Jahrtausende an die heimische Pflanzenwelt angepasst. Diese Koevolution ist der Grund, warum heimische Wildpflanzen so treffsicher als Grundlage funktionierender Ökosysteme dienen.
Gezüchtete Sorten der heimische Wildpflanzen können naturgärtnerisch durchaus erfolgreich eingesetzt werden, manchmal gibt es gute Gründe dafür. Dies sollte aber im naturnahen Garten immer eine Nebenrolle spielen. Mit Bedacht eingesetzt, können sie die Gestaltung aber auch aufwerten.

Die Biodiversität ist derzeit vielfältigen Bedrohungen ausgesetzt. Regional und global verschwinden Arten und Lebensräume in einem Maße und in einer Geschwindigkeit, wie es in der Erdgeschichte zuletzt vor 65 Millionen Jahren, als die Dinosaurier ausstarben, der Fall war. Insbesondere das "Insektensterben" ist ja mittlerweile vielen zumindest mal als Begriff geläufig. Die Ursachen sind bekannt, die Umsetzung von Lösungen lässt dagegen auf sich warten. Im eigenen Garten jedoch haben wir es selbst in der Hand und die Erfolge im Kleinen stellen sich (noch) unglaublich schnell ein und lassen sich live beobachten.

Die Auswirkungen dieser Biodiversitätskrise jedoch treffen uns Menschen hart - von weltweit massiven wirtschaftlichen Schäden bis hin zum Entzug der Lebensgrundlage. Denn wir sind im großen Maße von funktionierenden, stabilen Ökosystemen abhängig. 

Naturnahe Gärten allein können da die Welt nicht retten. Aber sie sind ein Teil der Lösung. Sie sind wichtige Bausteine als Trittsteinbiotope und Überlebensinseln für Pflanzen und Tiere, welche sie in der freien Landschaft leider immer seltener finden.

Naturnahe Gärten dienen der Erhaltung und Förderung eines funktionierenden und stabilen, übergreifenden Ökosystems – und gleichzeitig dem nutzenden Menschen zur Entspannung, Erholung und zur Freude und Beobachtung der natürlichen Prozesse.

Weitere Fragen? Kontaktieren Sie mich gerne!

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